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Besucherbergwerk Schieferstollen Josefsglück

Fotos oben mit freundlicher Genehmigung von Sebastian Pappe

 

Schieferstollen Josefsglück

 

Der Schieferstollen Josefsglück liegt in der Gemeinde Brachbach, Verbandsgemeinde Kirchen, Kreis Altenkirchen.

Der Schieferstollen liegt südöstlich des Ortskerns Brachbach an dem steil aufsteigenden Höhenzug Windhahn oberhalb der „Langgrube“ in einer Höhe von 302 m ü. NN.

Koordinaten:  

50 Grad, 48 Min., 29,42 Sek. nördlicher Breite

07 Grad, 56 Min., 52,36 Sek. östlicher Länge                                      Quelle: Google Earth

Brachbach liegt zwischen Siegen (NRW) im Nordosten und Betzdorf (RLP) im Südwesten, in direkter südlicher Nachbarschaft zu Mudersbach und wird von der Sieg durchflossen, wodurch die Ortschaft zum Einzugsgebiet des Rheins gehört, landschaftlich aber im Siegerland zuhause ist. Südlich der Ortschaft, die sich bei 267 m ü. NN befindet, erhebt sich die Kuppe des 517 m hohen Bergs „Windhahn“, der den höchsten Berg des waldreichen Höhenzugs Windhahn darstellt.

Die Gemeinde Brachbach besteht aus dem großen Kernort Brachbach und dem kleinen Ortsteil Büdenholz, der knapp 1,5 km (Luftlinie) weiter nordwestlich auf 224,7 m ü. NN an der B 62 liegt. Außerdem gibt es noch den Ortsteil „In den Karpathen“.

Basisdaten

Gemeinde Brachbach,

Verbandsgemeinde Kirchen,

Kreis Altenkirchen Westerwald,

Land Rheinland Pfalz

Höhe des Gemeindegebietes: 267 m ü. NN

Fläche: 6,36 km²

Einwohner: 2.409 (31. Dez. 2008)

Einwohnerdichte: 379 Einwohner je km²

Webpräsenz: www.kirchen-sieg.de

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung von Brachbach erfolgte erst in einer Rechnung betreffend „Brachtpach“ aus dem Jahr 1471 oder 1472, die ein Freusburger Rentmeister erstellte.

Am 7. Juni 1969 wurde der aus der aufgelösten Gemeinde Katzenbach der Ortsteil Unterbüdenholz nach Brachbach eingegliedert.

Die Wappenbeschreibung lautet: „Schild durch eingeschweifte grüne Spitze, darin auf schwarzem Schildfuß ein goldenes Stollenmundloch mit schwarzer Öffnung und mit aufstehender goldener Fichte gespalten, vorne in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, hinten in schwarz ein silberner Schrägbalken, belegt mit drei schwarzen Eberköpfen“.

Die drei Eberköpfe im Wappen symbolisieren die frühere Zugehörigkeit zur Herrschaft Freusburg, von deren Wappenschild diese übernommen wurden. Das rote Kreuz auf silbernem Grund weist auf Kurtrier hin, zu dem Brachbach im Kirchspiel Kirchen als „Trierische Insel“ gehörte. Das „Stollenmundloch“ des „Wernsberger Erbstollens“ (ca. 300 Jahre alt) erinnert an den früheren Bergbau und gilt heute als Wahrzeichen für Brachbach.

Der Schieferstollen Josefsglück wurde 1896, nach einer Genehmigung vom Interessenwald, angefahren. Die Länge des Besucherbergwerkes mit seinen drei Suchstollen und sieben Abbaukammern beträgt insgesamt 288 m. Das Abbauvolumen in den sieben Abbaukammern beträgt 1.074 cbm. Der Brachbacher Schiefer war in Bergmanns-Kreisen ein geologischer Begriff. Das dünnplattige Schiefergestein (auch Hornschiefer genannt) war besonders dafür geeignet Hauswände zu verkleiden und Dächer zu decken.

Geologie, frühere Stilllegungsmaßnahmen

Der Schieferstollen „Josefsglück“ liegt im Rheinischen Schiefergebirge im s.g. Siegener Sattel. Die Bezeichnung Schiefergebirge verleitet zwar zur Annahme, dass im Rheinischen Schiefergebirge besonders viel und fast überall Schiefer vorkommt, dies trifft allerdings nur eingeschränkt zu. Reiner Schiefer, der als Baumaterial dienende Dachschiefer, ist nur in begrenzten Bereichen des Siegerlandes aufgeschlossen worden. Die Hauptmasse der Gesteine im Schiefergebirge sind geschieferte sandige Tonsteine, Sandsteine, Grauwacken und Quarzite.

Tongesteine sind feinkörnige (< 0,02 mm) lockere bis schwach verfestigte, dunkel- bis hellgraue, bläuliche, rötliche z. T. rote, mitunter buntfarbene Sedimentgesteine. Man unterscheidet nach Verfestigungs- bzw. Metamorphosegrad Tonsteine, Schiefertone und Tonschiefer. Sie sind die am weitesten verbreiteten Sedimentgesteine der Erde. Tongesteine sind chemisch und mechanisch entstandene Verwitterungsgesteine, die in Flussmündungen, Randgebieten der Meere in der Tiefsee, in Seen und Flüssen gebildet werden.

Schiefergestein war in seinem Urzustand aufeinander gestülpter Tonschlamm, der vor 350 bis 400 Millionen Jahren am Boden eines Meeres, das sich über weite Teile Europas erstreckte, abgelagert wurde. Durch Austrocknung des Schlammes und Druck der überlagernden Schichten entstand aus dem Tonschlamm das Tongestein. Die ehemals horizontal abgelagerten Schichten wurden im Verlauf der Gebirgsbildung zum Rheinischen Schiefergebirge gefaltet. Dabei wurde durch den intensiven seitlichen Faltungsdruck das Tongestein in parallel zueinander verlaufende, dünne Lamellen zerlegt. Dieser Vorgang wird als Schieferung bezeichnet und führte zu dem Namen Tonschiefer.

Im Gegensatz zur Faltung, Schieferung, ist die Entstehung der Gangspalten in diesem Gebirge auf tangentiale Zerrungen in der Erdrinde zurückzuführen. Im Ausgang des Unterdevons stiegen in den aufbrechenden Spalten eisenhaltige Thermen auf, die im wesentlichen Eisenkarbonat unter Auskristallisation zum Absatz brachten. Eine jüngere (jungdevonisch- altkarbonische) Erzbildungsphase ließ Nester und Gänge von Pyrit-, Kobalt-, Nickel-, Zink-, Kupfer-, Fahl-, Antimon-, Wismut- und Bleierzen (Arseniden und Sulfiden) sowohl in den älteren Eisensteingängen als auch in den neu aufreißenden Spalten entstehen. Noch jünger, wahrscheinlich permisch, sind bauwürdige Ausscheidungen und Umwandlungserze der Eisenglanzgeneration (Eisenglanz, Rotspat, Sychnodymit, Kupferglanz, Buntkupfererz, Wittichenit, Klaprothit) Sie finden sich in nur einzelnen Gängen des Siegerlandes.

Der Dachschiefer, wie er im Stollen-Bergbau Josefsglück gewonnen wurde, wies keine zu starke Bänderung (Zwischenlagen rauen Sediments) auf. Die Schieferung und die Schichtung fielen annähernd zusammen. Die Spaltbarkeit geht nicht der Schichtung sondern der Schieferung parallel. Die Mächtigkeit der Schieferlager erreichte bis zu 5 Meter.

 

Die Schiefergrube

Die Schiefergrube Josefsglück wurde von 1903 bis 1925 betrieben und dann stillgelegt. In den letzten Monaten des zweiten Weltkrieges diente der Stollen vielen Brachbacher Familien Schutz vor Fliegerbomben. Zeitweise waren bis zu 100 Personen im Stollen untergebracht. Im Jahr 1945 wurde der Stollen wieder angefahren und bis 1948 betrieben. Zu dieser Zeit war Otto Bätzing, hier im Hauptbetriebsplan bestellter Verantwortlicher, als junger Bergmann tätig.